Irgendwann im März oder April kommt der Moment, in dem man das erste Mal wieder draußen sitzt und nach oben schaut. Und meistens denkt man dann: Das muss ich dringend mal sauber machen. Grünlicher Schleier auf den Platten, Laub in den Regenrinnen, vielleicht noch ein paar dunkle Flecken, die sich über den Winter festgesetzt haben. Der Winter hinterlässt seine Spuren – das ist normal, aber es lohnt sich, strukturiert vorzugehen statt einfach draufloszuspülen.
Was sich im Winter auf einem Terrassendach ansammelt
Der Winter ist für Terrassendächer eine anspruchsvolle Zeit. Niedrige Temperaturen, Feuchtigkeit, wenig Sonnenlicht – das sind ideale Bedingungen für Moos, Algen und Grünbelag. Gerade auf Polycarbonat- und Glasplatten bildet sich in der feuchten Jahreszeit ein grünlich-grauer Biofilm, der im Sommer viel langsamer entsteht.
Dazu kommt organisches Material: Laub, Nadeln, Blütenpollen, kleine Äste. Was im Herbst auf das Dach fällt, bleibt dort oft monatelang liegen, wird feucht, friert ein, taut auf – und hinterlässt dunkle Ablagerungen, die sich in die Oberfläche einarbeiten können.
In Rinnen und Abläufen sammelt sich das alles zusätzlich. Verstopfte Abläufe sind nach dem Winter häufig das erste, was behoben werden muss – sonst steht das nächste Regenwasser auf dem Dach.
Womit man anfängt
Zuerst die Abläufe und Regenrinnen prüfen und von Hand oder mit einem Handschuh grob von Laub und Matsch befreien. Das dauert fünf Minuten und verhindert, dass das Spülwasser der eigentlichen Reinigung nirgendwo abfließen kann.
Dann einen ersten Blick auf die Dachfläche werfen: Wie viel Grünbelag ist vorhanden? Gibt es Stellen, die besonders stark verschmutzt sind? Liegen noch größere Rückstände auf dem Dach?
Lose Verschmutzungen lassen sich mit dem Gartenschlauch auf niedriger Druckstufe gut ablösen – einfach von oben nach unten spülen, ohne gezielt zu schrubben. Das reicht oft schon, um den groben Schmutz zu entfernen und einen besseren Blick auf das zu bekommen, was wirklich haftet.
Grünbelag und Biofilm angehen
Was nach dem ersten Abspülen noch auf den Platten sitzt, ist hartnäckiger. Grüner oder gräulicher Biofilm braucht ein geeignetes Mittel – einfaches Wasser reicht hier nicht mehr.
Ein pH-neutraler Reiniger, der für die jeweilige Plattenoberfläche geeignet ist, wird verdünnt aufgetragen und einige Minuten einwirken gelassen. Dann mit einer weichen Bürste – idealerweise an einer Teleskopstange – in Richtung des natürlichen Gefälles arbeiten, also immer zur Ablaufseite hin.
Wer einen ausgeprägten Grünbelag vorfindet, greift besser zu einem speziellen Grünbelagentferner, der die organischen Ablagerungen chemisch auflöst, bevor man mechanisch nacharbeitet. Der Unterschied ist spürbar: Statt hart zu schrubben reicht dann leichtes Wischen.
Was man diesmal anders machen kann
Der Frühjahrsputz ist ein guter Zeitpunkt, um das Dach nicht nur sauber zu machen, sondern auch etwas vorausschauender zu pflegen.
Nach der Reinigung lohnt sich eine Sichtprüfung der Abschlussleisten, Dichtungen und Verbindungsprofile. Frostschäden, gelöste Dichtmassen oder kleine Risse zeigen sich jetzt am deutlichsten – bevor sie im Sommer durch Hitze und UV-Strahlung größer werden.
Wer seine Platten im Anschluss mit einem geeigneten Schutz- oder Pflegemittel behandelt, verlängert den sauberen Zustand durch die Sommermonate deutlich. Versiegelungen und Imprägniermittel machen die Oberfläche weniger anfällig für neuen Biofilm und erleichtern die nächste Reinigung erheblich.
Wann ist der beste Zeitpunkt?
Idealerweise, wenn der letzte Frost vorbei ist und die Temperaturen tagsüber konstant über 10 Grad liegen. Reinigungsmittel wirken bei wärmeren Temperaturen besser, und die Fläche trocknet schneller ab – was Schlieren verhindert.
Nicht bei direkter Mittagssonne reinigen. Auf warmen Platten trocknet das Reinigungsmittel zu schnell an, bevor man nachspülen kann. Früh morgens oder an einem bedeckten Tag ist die bessere Wahl.
Nach einer gründlichen Frühjahrsreinigung reicht in den meisten Fällen eine zweite, kürzere Reinigung im Herbst – bevor wieder Laub fällt und die feuchte Jahreszeit beginnt. Wer diesen Rhythmus einhält, hat das Dach dauerhaft im Griff, ohne jedes Jahr von vorne kämpfen zu müssen.