Als wir das Terrassendach damals aufgestellt haben, hat der Verkäufer gesagt: „Das ist pflegeleicht, das macht sich fast von selbst sauber.“ Das war nicht ganz gelogen – aber auch nicht ganz richtig. Nach drei Jahren weiß ich, was das wirklich bedeutet.
Der erste Sommer lief tatsächlich gut. Das Dach war neu, die Oberfläche noch glatt, der Regen hat einen Großteil des Staubes mitgenommen. Ich habe einmal kurz mit dem Gartenschlauch drübergespült und war zufrieden.
Im zweiten Jahr hat sich das geändert.
Der erste Grünbelag – und der erste Fehler
Im Frühjahr des zweiten Jahres war der Grünschleier nicht mehr zu übersehen. Gleichmäßig über die gesamte Fläche, besonders an den schattigen Stellen unter dem Dachüberstand des Hauses. Mein erster Instinkt: den Hochdruckreiniger nehmen. Schnell, effektiv, kenne ich von der Terrasse.
Das war der Fehler.
Ich habe zwar den Grünbelag wegbekommen, aber mit einem Abstand von vielleicht 20 Zentimetern und ziemlich direktem Strahl. Danach hatte die Fläche ein leicht mattes, ungleichmäßiges Aussehen – besonders in der Draufsicht bei flachem Sonnenlicht deutlich sichtbar. Ich hatte die UV-Schutzschicht beschädigt, ohne es zu merken.
Ein Bekannter hat mich dann darauf hingewiesen, woran man das erkennt: Wenn die Platte nach der Reinigung stumpfer wirkt als vorher, ist meistens zu viel Druck im Spiel gewesen.
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Was danach wirklich funktioniert hat
Im dritten Jahr habe ich es komplett anders gemacht. Teleskopstange mit weichem Bürstenaufsatz, ein pH-neutraler Kunststoffreiniger verdünnt mit Wasser, und viel mehr Geduld.
Die Bürste ist das entscheidende Werkzeug. Nicht wegen der Reinigungswirkung allein, sondern weil man damit den Druck selbst kontrolliert. Man spürt, ob man zu fest ansetzt. Beim Hochdruckreiniger fehlt dieses Feedback vollständig – man sieht erst hinterher, was man angerichtet hat.
Der Reiniger einwirken lassen, dann mit der Bürste in langen, gleichmäßigen Zügen zur Ablaufseite hin arbeiten. Anschließend mit klarem Wasser nachspülen. Das hat auf Anhieb besser funktioniert als alles vorher – und die Fläche sah danach wirklich sauber aus, nicht nur „weniger grün“.
Was ich unterschätzt habe: die Ränder
Die eigentliche Dachfläche ist mit der richtigen Methode kein Problem. Was mich überrascht hat, sind die Ränder – also die Abschlussprofile, die Verbindungsleisten zwischen den Platten und die Stellen, wo das Dach auf das Haus trifft.
Dort sammelt sich Schmutz, der mit einer Bürste allein kaum erreichbar ist. Ich habe dann einen alten Pinsel verwendet, um Reinigungsmittel gezielt in die Profile zu arbeiten, und danach mit einem schmalen Wasserstrahl ausgespült. Klingt aufwendig, ist es aber nicht – das macht man einmal im Jahr, und es macht einen großen Unterschied im Gesamtbild.
Die Unterseite – vergessen und bereut
Zwei Jahre lang habe ich die Unterseite des Dachs ignoriert. Klar, man schaut ja eher nach oben, wenn man draußen sitzt, aber irgendwann fiel mir auf, dass das Licht seltsam getrübt durch die Platten kam. Kondenswasserflecken, leichte Algenspuren von innen.
Die Unterseite von Polycarbonat ist nicht UV-beschichtet und damit empfindlicher als die Außenseite. Ich habe sie vorsichtig mit einem feuchten Mikrofasertuch und sehr wenig Reinigungsmittel abgewischt – kein mechanischer Druck, keine Bürste. Das hat funktioniert, aber es wäre besser gewesen, das nicht so lange aufzuschieben.
Seitdem reinige ich die Innenseite jedes Jahr kurz mit, bevor sich dort etwas festsetzt.
Was ich heute anders mache
Einmal im Jahr, immer im Frühjahr. Kein Hochdruckreiniger mehr auf den Platten selbst – nur noch auf dem Boden drumherum. Weiche Bürste, richtiger Reiniger, danach gut nachspülen.
Und seit letztem Jahr trage ich nach der Reinigung ein einfaches Pflegemittel auf, das die Oberfläche etwas versiegelt. Ob es wirklich so viel bringt, wird sich im Vergleich zeigen – aber der Grünbelag hat sich im letzten Sommer jedenfalls deutlich langsamer gebildet als in den Jahren davor.
Das Dach sieht inzwischen besser aus als nach meiner ersten Reinigung. Was rückblickend vor allem daran liegt, dass ich aufgehört habe, es schnell erledigen zu wollen.

Florian Wendler schreibt über die Reinigung von Terrassendächern – aus eigener Erfahrung, ohne Fachchinesisch. Er hat unzählige Mittel und Methoden selbst getestet und fasst zusammen, was streifenfrei und dauerhaft sauber macht.