Acrylglas und Makrolon Terrassendach reinigen – Unterschiede und richtige Pflege

Viele Leute wissen gar nicht genau, aus welchem Material ihr Terrassendach eigentlich besteht. Im Baumarkt stand es irgendwann als „Acrylglas“ oder „Makrolon“ auf dem Etikett, der Handwerker hat „Kunststoffplatten“ gesagt, und der Nachbar meint, es sei wohl Polycarbonat. Und eigentlich stimmt das alles irgendwie – und irgendwie auch nicht.

Das führt beim Thema Reinigung zu echten Problemen. Denn Acrylglas und Makrolon verhalten sich bei der Pflege spürbar unterschiedlich. Wer das nicht weiß und einfach mit demselben Mittel und derselben Bürste rangeht, riskiert Kratzer oder Trübungen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind.

Acrylglas, Makrolon, Polycarbonat – was ist was?

Kurze Klarstellung: Makrolon ist ein Markenname von Covestro für Polycarbonat. Das Material dahinter ist Polycarbonat (PC). Acrylglas hingegen – oft auch Plexiglas genannt, was ebenfalls ein Markenname ist – besteht aus Polymethylmethacrylat, kurz PMMA. Das sind zwei grundlegend verschiedene Kunststoffe.

Im Terrassendachbereich werden beide verwendet, aber mit unterschiedlichem Schwerpunkt:

Polycarbonat (Makrolon) wird häufig für Stegplatten und Doppelstegplatten eingesetzt. Es ist schlagzäher, leichter zu biegen und verträgt mehr mechanische Belastung. Acrylglas hingegen wirkt optisch klarer und glasähnlicher, ist aber spröder und reagiert empfindlicher auf Lösungsmittel und falsche Reinigungsprodukte.

Reinigung von Polycarbonat (Makrolon)

Polycarbonat ist zwar robuster als Acrylglas, hat aber trotzdem eine UV-Schutzschicht, die bei falscher Pflege leidet.

Geeignet sind pH-neutrale, lösungsmittelfreie Reiniger. Wer kein spezielles Produkt zur Hand hat, kommt mit sehr verdünntem Spülmittel und warmem Wasser gut durch. Die Reinigung sollte immer mit einem weichen Tuch oder einer weichen Bürste erfolgen – nie mit Kratzpads, Scheuerschwämmen oder trockenen Tüchern, die Sand oder Staub auf der Oberfläche verreiben.

Ein häufiger Fehler: trockene Stellen mit einem trockenen Lappen abreiben. Selbst kleine Staubpartikel hinterlassen dabei mikroskopische Kratzer, die sich über Zeit summieren und die Platte matt wirken lassen.

Nach der Reinigung immer gut mit klarem Wasser nachspülen und – wenn möglich – abtropfen lassen statt trocken reiben.

Für hartnäckigen Grünbelag oder Moos eignen sich spezielle Reinigungsmittel für Kunststoff- und Glasdächer, die sanft genug für die Oberfläche, aber effektiv gegen organische Ablagerungen sind.

Reinigung von Acrylglas (Plexiglas)

Acrylglas ist in einem Punkt klar empfindlicher: Es reagiert auf viele Lösungsmittel mit Anlösung oder Spannungsrissen. Spiritus, Aceton, Isopropanol, Benzin, Nitroverdünner – all das hat auf Acrylglas nichts zu suchen. Auch Essig und manche Haushaltsreiniger können die Oberfläche angreifen.

Was viele überrascht: Selbst scheinbar harmlose Produkte wie handelsübliche Glasreiniger-Sprays können Acrylglas beschädigen, wenn sie alkohol- oder lösungsmittelhaltig sind. Der klare Tipp: Immer den Hinweis „geeignet für Kunststoff“ oder „PMMA-verträglich“ auf dem Reinigungsmittel prüfen.

Mechanisch gilt dasselbe wie bei Polycarbonat: nur weiche, feuchte Materialien verwenden. Acrylglas lässt sich polieren, was bei tiefen Kratzern helfen kann – aber das ist eine eigene Disziplin und kein Teil der normalen Reinigung.

Ein kleiner praktischer Hinweis: Acrylglas lädt sich beim Reinigen leicht statisch auf und zieht dadurch Staub an. Wer nach der Reinigung ein antistatisches Mittel aufträgt, hat etwas länger Ruhe.

Was beide Materialien gemeinsam haben

Egal ob Makrolon oder Acrylglas – ein paar Grundregeln gelten immer:

Niemals bei direkter Sonneneinstrahlung reinigen. Die Platten werden heiß, das Reinigungsmittel trocknet schnell an und hinterlässt Schlieren, die sich kaum noch entfernen lassen.

Niemals Hochdruckreiniger mit starkem Druck einsetzen. Bei Stegplatten droht Wassereinschluss in den Hohlkammern, bei Vollplatten die Beschädigung der Oberfläche durch zu hohen Aufpralldruck.

Immer in einer Richtung arbeiten, nicht kreisförmig – das minimiert sichtbare Wischspuren.

Wer regelmäßig reinigt, hat deutlich weniger Aufwand. Einmal im Jahr reicht in der Regel. Wer mehrere Jahre wartet, kämpft gegen Verschmutzungen, die sich eingearbeitet haben und nicht mehr vollständig zu entfernen sind.

Kratzer – was tun?

Bei Polycarbonat sind feine Kratzer schwieriger zu beheben als bei Acrylglas. Acrylglas lässt sich mit speziellen Polierpasten auf Hochglanz bringen – das ist bei Polycarbonat nur bedingt möglich und erfordert spezifische Produkte.

Das ist einer der wenigen Punkte, in denen Acrylglas trotz seiner Empfindlichkeit gegenüber Chemikalien die Nase vorn hat: kleinere Oberflächenschäden lassen sich korrigieren. Bei Polycarbonat bleibt ein tiefer Kratzer meist ein tiefer Kratzer.

Für die tägliche Reinigung spielt das keine Rolle – wer schonend vorgeht, kommt mit beiden Materialien viele Jahre aus.